Wenn sich ein Jahr dem Ende zuneigt, wird es leiser in uns. Zwischen Terminen, Verpflichtungen und all dem, was erledigt werden musste, entsteht Raum für Rückschau. Für Fragen wie: Was war schwer? Und was war gut? Genau hier entfaltet Dankbarkeit ihre besondere Kraft.
Dankbarkeit ist keine große Geste. Sie beginnt im Kleinen. In der warmen Mahlzeit am Abend. In einem sicheren Zuhause. In der Tatsache, dass wir in Frieden leben dürfen, während an vielen Orten der Welt Krieg, Chaos und Mangel den Alltag bestimmen. Alles, was wir haben, ist nicht selbstverständlich. Das vergessen wir im Alltag oft. Gerade zum Jahresende tut es gut, sich daran zu erinnern.
Wer viel gibt, darf auch empfangen
Menschen, die im Betreuungs- und Pflegebereich arbeiten, wissen besonders gut, was Geben bedeutet. In der Seniorenpflege und -betreuung schenken Sie Zeit, Aufmerksamkeit, Geduld und Menschlichkeit. Oft in Momenten, in denen andere längst weitergegangen wären. Dieses tägliche Dasein, dieses echte Hinsehen, ist ein stiller Dienst von unschätzbarem Wert.
Und zugleich erleben viele Betreuungskräfte etwas sehr Besonderes: Dankbarkeit, die ehrlich ist. Ein Lächeln. Ein leises „Schön, dass Sie da sind“. Ein fester Händedruck oder ein vertrauensvoller Blick. Diese Momente sind vielleicht klein, aber sie tragen. Sie erinnern daran, warum dieser Beruf so sinnstiftend ist, auch wenn er körperlich und emotional fordernd sein kann.
Dankbarkeit als innerer Anker
Gerade in anstrengenden Phasen, wenn die Tage dicht sind und die eigenen Kräfte schwinden, kann Dankbarkeit ein innerer Anker sein. Nicht als Schönreden, sondern als bewusste Ausrichtung: Was trägt mich gerade? Was war heute gut, trotz allem?
Ein Dankbarkeitstagebuch kann dabei helfen. Drei kleine Dinge am Tag genügen. Ein gelungenes Gespräch. Ein ruhiger Moment zwischen zwei Terminen. Das Wissen, heute jemandem wirklich geholfen zu haben. Diese bewussten Augenblicke stärken das eigene Zufriedenheitsgefühl, besonders dann, wenn die äußeren Umstände uns gerade schwer erscheinen.
Vom Haben zum Teilen
Dankbarkeit führt oft ganz natürlich zu Großzügigkeit. Wer erkennt, wie viel er selbst hat, spürt häufiger den Wunsch, etwas weiterzugeben. Gerade zum Jahresende kann das ein stiller Vorsatz sein: Teilen, wo es möglich ist. Zeit. Aufmerksamkeit. Oder auch ganz konkret Unterstützung für Menschen, denen es weniger gut geht.
Ein Vorsatz für das neue Jahr?
Vielleicht ist Dankbarkeit kein Vorsatz, der laut daherkommt. Sie schleicht sich eher „auf leisen Socken“ ein… Aber sie wirkt tief. Als Haltung. Als tägliche Erinnerung daran, dass auch in einem fordernden Alltag viel Gutes steckt.
Nehmen wir diese Haltung mit ins neue Jahr. Mit wachen Augen für das, was gelingt. Mit offenem Herzen für die Menschen, die uns begegnen. Und mit dem Wissen, dass Dankbarkeit nicht nur ein Gefühl ist, sondern eine Kraft, die trägt – gerade in Berufen, in denen Menschlichkeit im Mittelpunkt steht.




